Leitmotiv

22
Jun
2011

Prolog

Wesentliche globale Entwicklungstendenzen ökonomischer und gesellschaftlicher Natur bewegen die heutige Welt vor allem auf eine Grundkonstellation hin: Ausschluss gewaltiger Bevölkerungsmassen von der Partizipation am Weltgeschehen. Marginalisierung des Beträchtlichen. Dass dies keine vorübergehende Nebenwirkung, kein zu vernachlässigendes Symptom unserer spätkapitalistischen Befindlichkeit ist, steht nach zwei Jahrzehnten Globalisierungsbewusstsein außer Frage.
Das Marginale gehorcht einer inhärenten Dialektik, indem gerade seine Geringfügigkeit auf eine das ganze System betreffende Relevanz weist. "Die Realität ist marginal" sagt Lacan. Ist das Wesen unserer Wirklichkeit also am genauesten an ihren "geringfügigen", aus dem Rahmen des Belangvollen ausgesonderten Bestandteilen zu erkennen?
Dieser Gedanke wird hier im Folgenden als Leitstern, in Form von heterarchisch zusammenhängenden Teilüberlegungen angesiedelt werden.
Das Bewusstsein der Welt

Marginalsiedlung

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